Bitte aktivieren Sie JavaScript in Ihrem Browser um unseren Internetauftritt optimal nutzen zu können.

Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 2007;

Metaanalyse zur Veränderung der Leistungsfähigkeit durch Vibrationstraining

Jahr: 2007

Baur C
F&E, Novotec Medical GmbH

Abstract

Problemstellung:
Inwiefern können durch Vibrationstraining positive Veränderungen der Leistungsfähigkeit erzielt werden.
Methode: In der Metaanalyse wurden Studien eingeschlossen, die zwischen den Jahren 93-05 im Bereich des Vibrationstrainings veröffentlicht wurden. Zusätzlich mussten Angaben über Frequenz, Amplitude, Dauer, Häufigkeit, Übungsaufbau und –ausführung, Art der Vibration, Leistungsniveau der Probanden, sowie Testverfahren vorhanden sein. Es wurden 20 ranomisierte, prospektive, kontrollierte Studien betrachtet.
Ergebnisse:
Die Ergebnisse sind sehr heterogen. Sie konnten beispielsweise Berschin et al(03) bei Rugbyspielern eine Verbesserung von : Maximalkraft (+10%), CMJ (+4%), 30m Sprint (+6%), Slalomlauf (+2%) feststellen. Bosco et al.(99) verbesserten die Maximalkraft bei Volleyballspielerinnen. In einer weiteren Studie konnte die Gruppe keine Verbesserung der Maximalkraft nachweisen. De Ruiter, et al.(03) erzielten negative Adaptionen im Bereich der Akuteffekte, zwischen 1.5 min und 60 min nach der Applikation reduzierte sich die isometrische Maximalkraft zwischen 7% und 10%. 180 min nach der Anwendung wurden die Ausgangswerte wieder erzielt.
Diskussion:
Die Ergebnisse weichen hinsichtlich erzielten Effekte und Stärken stark voneinander ab. Die Gründe hierfür liegen in den sehr unterschiedlichen Designs der Studien bezüglich Untersuchungszeiträume (3-25 Wochen), Amplitude (0-8mm), Frequenz (1-50 Hz), Übungen (stat. oder dyn.), Übungsdauer, Art der Vibration (vertikal oder seitenalternierend) und Stichprobengröße (1-67). Die erzielten Effekte scheinen in engem Zusammenhang mit Art der Vibration, deren Amplitude und Frequenzen zu stehen. Für die Verbesserung der
Leistungsfähigkeit bei „trainierten“ Probanden haben sich Frequenzen größer 20Hz und Amplituden größer 2,5 mm als am wirkungsvollsten erwiesen. Unterhalb dieser Grenzen ist kein überschwelliger Reiz gegeben, um die Superkompensationseffekte zu erzielen. Für dekonditionierte Personen liegen die Schwellungen niedriger. Wichtig erscheint die progressiv, individuell angepasste Trainingssteigerung, welche den Gesetzmäßigkeiten der Trainingslehre entsprechend vorgenommen werden muss.
Schlussfolgerung:
Für ein effektives Vibrationstraining zur Leistungssteigerung muss eine kritische Schwelle der Frequenz und Amplitude überschritten werden, die aber individuell kontinuierlich angepasst werden muss. Der Stellenwert der Art der angewandten Vibration auf die Trainingseffekte ist noch nicht abschließend geklärt.

GID: 1900; Letzte Änderung: 24.08.2009