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Dissertation Dissertation, 2009;

Notwendigkeit und Wirksamkeit adjuvanter Schmerztherapie bei der Behandlung der primären Osteoporose und deren Einfluss auf die Lebensqualität
[Influence of adjuvant pain medication on quality of life in the treatment of postmenopausal osteoporosis]

Jahr: 2009

Ullrich H
Medizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin

Abstract

Der chronische Rückenschmerz ist das Hauptsymptom der postmenopausalen Osteoporose und mindert die Mobilität und Lebensqualität der Patientinnen.
Die vorliegende prospektive, pseudorandomisierte Studie vergleicht sowohl die Schmerzreduktion als auch die Verbesserung der Lebensqualität von 117 Patientinnen mit primärer Osteoporose unter Basistherapie mit Alendronat, Calcium und Vitamin D3 unter zusätzlicher Gabe eines Schmerzmedikamentes der NSAR bzw. Opioide (Ibuprofen bzw. Tramadol) gegenüber der alleinigen Basistherapie über den Zeitraum von 6 Monaten.
Die Hypothese dieser Arbeit war, dass neben der Basistherapie ein Analgetikum wichtig ist.
Geprüft werden sollte weiterhin, ob eine eher peripher oder zentral wirksame Analgesie geeignet ist, osteoporoseinduzierte Schmerzen zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.

Es wurden je 3 Gruppen zu je 39 Probandinnen gegeneinander verglichen: Gruppe 1 erhielt zusätzlich Ibuprofen, Gruppe 2 Tramadol und die 3. Gruppe lief als Kontrollgruppe unter alleiniger Basistherapie.
Die Dokumentation der Schmerzintensität erfolgte über eine Visuelle Analogskala, die Lebensqualität erfassten wir über den IOF-Qualeffo-41-Fragebogen je zu Untersuchungsbeginn und nach sechs Monaten. Zusätzlich wurden die Ergebnisse einer klinischen Untersuchung mit Aufsteh- und Tandemtest, einer Knochendichtemessung mittels QCT, Röntgenaufnahmen von BWS und LWS und ein Laborscreening ausgewertet.
In keiner Untersuchung wurden therapieassoziierte Komplikationen beobachtet. Nach sechsmonatiger Therapie war die Schmerzintensität in der Gruppe 1 (Ibuprofen) um 31 Punkte, in Gruppe 2 (Tramadol) um 24 Punkte und in der Kontrollgruppe 3 um 6 Punkte gesunken. Es konnte eine signifikante Schmerzreduktion beider Experimentalgruppen gegenüber der Kontrollgruppe gesichert werden. Der Unterschied zwischen den beiden Therapiegruppen erreicht das p=0.5-Niveau. Die Lebensqualität hatte sich sowohl zwischen den beiden Experimentalgruppen und der Kontrollgruppe, als auch zwischen den beiden Therapiegruppen selbst zugunsten des Ibuprofen signifikant gebessert (p<0.001).

Schmerztherapie mit einem überwiegend peripher wirksamen Analgetikum wie Ibuprofen kann den chronischen Osteoporoseschmerz besser als eine mehr zentral wirksame Schmerzmedikation mittels Tramadol reduzieren. Daher ist unter strenger Beachtung der Risikofaktoren für gastrointestinale Komplikationen Ibuprofen als adjuvantes Analgetikum in der Therapie der primären Osteoporose Tramadol vorzuziehen.

GID: 1982; Letzte Änderung: 08.10.2009
Weitere Informationen: Original Article