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Monatsschr Kinderheilkd, 2013; 161: 625–632

Intervallrehabilitation mit häuslichem Training bei Kindern mit Zerebralparese

Jahr: 2013

C. Stark · O. Semler · I. Duran · A. Stabrey · I. Kaul · P. Herkenrath · H. Hollmann · S. Waltz · E. Schönau
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Uniklinik Köln, Köln

Abstract

Das Erlernen motorischer Fertigkeiten geht im Allgemeinen mit plastischen
Veränderungen im Zentralnervensystem (ZNS) einher [18]. Auch nach einer Schädigung
des ZNS kommt es nach dem aktuellen Wissensstand durch muskuläre (Re-)Aktivierung zu plastischen Veränderungen und Reorganisation [17, 31]. Es gibt Hinweise darauf, dass die Intensität des Trainings für den Erfolg entscheidender ist als der Inhalt [32]. Resultierend
können bei häufiger zielgerichteter Bewegung positive Effekte erzeugt werden, hingegen negative Effekte bei Immobilität und Fehlbelastung entstehen [11]. Dies zeigt die Notwendigkeit für optimale zielgerichtete physiotherapeutische Behandlungsstrategien
und die Notwendigkeit der Vermeidung von fehlenden oder inadäquaten Maßnahmen.
Nach Daten der Surveillance of Cerebral Palsy in Europe (SCPE) ist die Zerebralparese
(„cerebral palsy“, CP) mit einer Prävalenz von 2–3 pro 1000 Lebendgeburten die häufigste Ursache für körperliche Behinderung im Kindesalter [13]. Durch die prä-, peri- oder frühpostnatal erworbene nichtfortschreitende Schädigung des ZNS ist die motorische Entwicklung gestört. Zusätzlich kann es zu Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungen oder der Sinneswahrnehmung kommen und sekundär können sich orthopädische Probleme ergeben. Die Physiotherapie ist ein Bestandteil der interdisziplinären Behandlung mit der Zielsetzung, sekundäre Schädigungen zu vermeiden, Funktionseinschränkungen im Alltag zu vermindern und die bestmögliche Partizipation
zu gewährleisten.

GID: 3227; Letzte Änderung: 17.06.2013