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2003;

Zusammenhänge zwischen Knochendichte, Knochenmasse, Knochenfestigkeit des Radius und dem maximalen Drehmoment der Unterarmbeugemuskulatur

Jahr: 2003

Wolf D
Lehrstuhl und Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München

Abstract

Klinisch bedeutsame Veränderungen des Knochenstatus resultieren meist in einer Verminderung der Knochendichte bis hin zu einer manifesten Osteoporose. Heutzutage werden zur Überprüfung des Knochenstatus häufig Knochendichtemessungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden lediglich in Bezug zum Alter interpretiert. Zahlreiche Studien haben aber Hinweise gegeben, dass der Knochenstatus in führender Weise vom Ausmaß der muskulären Beanspruchung mitgeprägt wird.
Bei vermehrter Muskelkraftentwicklung kommt es zu Verformungen des Knochens bis hin zu Mikrofrakturen, die Anreiz für Umbauprozesse sind. Mittels Modeling, Remodeling und Coupling wird die Architektur des Knochens so gestaltet, dass ein möglichst stabiler Knochen entsteht. Muskelkraft und Knochenstabilität stehen damit nicht nur in direktem Zusammenhang, sie bilden auch ein Regelwerk mit Kopplungsmechanismen.
Anhand einer Querschnittsstudie an 366 Probanden/innen im Alter von 18-82 Jahren wurde deshalb überprüft, ob sich ein Zusammenhang von verschiedenen Knochenstatusparametern mit der Muskelkraft nachweisen läßt. Die einzelnen Knochenstatusparameter (SSI, kortikale Knochendichte, trabekuläre Knochendichte, Gesamtknochendichte, Knochenmasse) wurden mittels pQCT am rechten Radius an drei verschiedenen Messstellen (4%-, 14%- und 38%-Messbereich) ermittelt. Die Muskelkraft wurde isometrisch als maximales Drehmoment der rechten Unterarmbeuger gemessen. Die Knochenstatusparameter wurden einerseits mit dem maximalen Drehmoment und andererseits mit dem Alter korreliert, um das Ausmaß des Zusammenhangs zu überprüfen.
Bei der Auswertung ergab sich, dass die kortikale Knochendichte ein relativ konstanter Parameter ist, dessen isolierte Messung nur geringe Aussagen über den Knochenstatus zuläßt. Insbesondere im 4%-Messbereich müssen bei der Interpretation Messfehler durch partielle Volumeneffekte berücksichtigt werden. Korrelationen mit dem maximalen Drehmoment waren nicht belegbar. Die trabekulären Knochendichten und die Gesamtknochendichten wiesen interindividuell starke Schwankungen auf. Es zeigten sich meist mittlere Zusammenhänge mit dem maximalen Drehmoment.

Der Festigkeitsindex SSI und die Knochenmasse hingegen zeichneten sich durch ausgeprägte Zusammenhänge mit dem maximalen Drehmoment aus. Korrelationen von Knochenstatusparameter mit dem Alter wiesen bis auf wenige Ausnahmen höhere Streuungsbreiten, niedrigere Korrelationskoeffizienten und geringere Signifikanzniveaus aus.

Die Ergebnisse zeigten insgesamt, dass Krafteinwirkungen auf den Knochen durch Muskelkontraktionen, hier ausgedrückt durch das maximale Drehmoment, in engem Zusammenhang mit einigen Knochenstatusparametern (SSI, Knochenmasse) stehen. DieWertigkeit des Alters sollte aufgrund unserer Ergebnisse überdacht werden.

Schlagworte: Zusammenhang SSI, Muskelkraft / Drehmoment
GID: 335; Letzte Änderung: 03.12.2007
Weitere Informationen: Original Article