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NEWTONE - Aus der Weltraumforschung direkt in Training und Therapie

17.11.2010

 

Galileo Training auf der MEDICA 2010 (Halle 5, Stand K38)

 

Pforzheim, 17.11.2010 - Die Novotec Medical GmbH aus Pforzheim präsentiert auf der diesjährigen MEDICA erstmals seinen neu entwickelten Zugapparat NEWTONE, der insbesondere für die kombinierte Anwendung mit der bereits 1996 zum Patent angemeldeten Vibrationshantel konzipiert ist. Das NEWTONE zugrundeliegende Konzept für die Erzeugung der Trainingskraft entstammt dem gerade abgeschlossenen Forschungsprojekt Integrated Counter Measure System (ICS), welches das Pforzheimer Unternehmen in Kooperation mit den Universitäten Freiburg und Potsdam sowie dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Astrium für die Europäische Weltraumorganisation ESA über einen Zeitraum von zwei Jahren durchführte.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Methode mit Einsatz von Gewichten ermöglicht die neue, unterdruckbasierte NEWTONE Technologie das Training mit konstanter, einstellbarer Kraft. Dies bietet insbesondere in der Physiotherapie völlig neue Trainingsmöglichkeiten, da die eingestellte Kraft weitgehend unabhängig von Geschwindigkeit und Beschleunigung ist und dadurch sehr viel besser kontrollierbare und somit sichere Trainingsbedingungen liefert. Gleichzeitig erlaubt die neue NEWTONE Technologie eine kompakte und leichte Bauform. Mittels Fernbedienung kann die Kraft bequem und in Sekundenschnelle angepasst werden, ohne hierfür das Training unterbrechen zu müssen. Ein lästiges und umständliches Umstecken von Gewichten entfällt.

Seit über 10 Jahren engagiert sich der Pforzheimer Firmenverbund Novotec Medical und Stratec Medizintechnik bereits in der Weltraumforschung. Einen Schwerpunkt bilden dabei die so genannten "Counter Measures", also Trainingsmethoden, mit deren Hilfe die negativen Effekte bei fehlender Schwerkraft, wie beispielsweise der Muskel- und Knochenverlust bei Langzeitaufenthalten im All, verhindert werden können. Die Ergebnisse der erfolgreich abgeschlossenen Berliner BedRest-Studien belegten bereits, dass ein speziell abgestimmtes, seitenalternierendes Vibrationstraining auf Galileo mit insgesamt nur 10 Minuten Training pro Woche den Muskel- und Knochenverlust nahezu vollständig verhindern kann. Als Weiterentwicklung der Trainingskonzepte der vorangegangenen Studien hatte das ICS-Projekt die Aufgabe, das Vibrationstraining in einem modularen Gerät um weitere, andersartige Trainingsmethoden zu erweitern. Das zentrale Trainingskonzept des ICS-Projekts war das so genannte "Impact Training", eine Trainingsart, bei der sehr schnelle Bewegungen und gleichzeitig sehr große Kräfte zum Einsatz kommen wie beispielsweise bei einem Sprung.

Sprungtraining in der Schwerelosigkeit erfordert jedoch ein System, welches für das Training eine künstliche Schwerkraft erzeugen kann. Den Ingenieuren von Novotec Medical gelang dies mittels einer kompakten und gleichzeitig wartungsarmen Technologie auf Basis eines Unterdrucksystems. Das neuartige Trainingsgerät ermöglicht nun erstmals das Springen im Liegen mit einer individuell einstellbaren Beschleunigung.

Die Forschergruppe um Professor Albert Gollhofer von der Universität Freiburg und Professor Markus Gruber von der Universität Potsdam führten in der Folge umfangreiche Studien durch, in denen der Bewegungsablauf während des Springens auf dem neuen System mit dem Bewegungsablauf während  der natürlichen Bewegung verglichen wurde. „Die Ergebnisse zeigen eindeutig die Vorteile des neuen Trainingsgerätes gegenüber bislang etablierten Sprungsystemen", so Professor Markus Gruber. Durch dieses Gerät könnten sich völlig neue Möglichkeiten für zukünftige Trainings- und Diagnostikkonzepte ergeben.

Neben dem neuartigen NEWTONE Konstantkraft-Zugapparat ist ab sofort auch das ICS-Trainingsgerät erhältlich, das zusätzlich mit patentiertem Schlittensystem und integrierter Bodenreaktionskraftmessplatte einher kommt. Zielgruppe ist zunächst jedoch ausschließlich der Forschungsbereich.

Die Novotec Medical GmbH plant im Laufe des kommenden Jahres weitere Produktneuheiten, die auf Konzepten aus dem ICS-Projekt basieren. Der Einsatz im medizinischen und physiotherapeutischen Bereich wird dabei wieder den Schwerpunkt bilden. Das Unternehmen setzt damit seinen Anspruch als Innovationsträger um, der kontinuierlich neueste Forschungsergebnisse in Produktverbesserungen und neue Produkte umsetzt.


Produktgruppen: Galileo® Therapiegeräte
Themen: Therapie & Prävention mit Galileo®
Download: 2010-11_medica2.pdf